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Pressespiegel


Zu den Filmen, die uns bislang beim DOK Leipzig mit am meisten beeindruckt haben, zählte ohne Zweifel Dominique de Rivaz' Elegy for a Lighthouse. Grund genug, um die Schweizer Filmemacherin, die für Mein Name ist Bach im Jahr 2004 bereits für einen Academy Award nominiert war, zum Interview zu bitten. Schließlich wollen wir nicht immer nur selbst über Filme reden, sondern viel lieber die Regisseure selbst zu Wort kommen lassen.

DOK Leipzig 2013: Ein Interview mit Dominique de Rivaz zu "Elegy for a Lighthouse"

http://www.kino-zeit.de/blog/dok-leipzig-2013

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Der dunkelste und gleichzeitig schönste Tag im Leben

 

Es ist kein Experimentalfilm im klassischen Sinne. Auf der einen Seite nähert sich die Ästhetik der schnörkellosen, großen Poesie, andererseits ist sie neu und modern. Das Symbol des Leuchtturms an der Küste des Weißen Meeres ist ein Bild mit zahlreichen Facetten. Er verkörpert nicht nur den Schmerz und das Leid einer Frau, die sich nicht von seinem sterbenden Vater verabschieden konnte, sondern auch genau so das Leid eines Leuchtturmwärters, dem man seinen Leuchtturm weggenommen hat, wie das Leiden der „Sandmänner“, die in dem kleinen Dorf ihrem Schicksal überlassen wurden. Weit weg von ihrem Vater lässt das Bild des Leuchtturms die Frau nicht mehr los, bis sie sich zu dem gottverlassenen Ort aufmacht, der so abstoßend wie anziehend ist. Hier bedeckt der Sand, was von den sowjetischen Fünfjahresplänen übrig geblieben ist: Wracks gestrandeter Fischkutter und menschliche Knochen.

 

Der allmählich verschwindende Leuchtturm stürzt langsam in sich zusammen, und bald wird kein Mensch mehr die rostende Treppe hochsteigen können. Die harten Lebensbedingungen vermischen sich mit der Schönheit der Meeresfront und werden zu einem von Natur gemachten Kunstwerk. Ein Kunstwerk zum Ausgleich der extremen Klimabedingungen.

 

Die Tundra schreit, der Polartag schläft ein, die Wanderdünen tanzen ihren wilden Tanz. Verrostete Wracks treten aus den Dünen hervor und künden ihr endgültiges Verschwinden an. Die Ansässigen bleiben, besessen von der Schönheit des Nordens. Und weil sie keinen anderen Ort haben, wo sie hingehen könnten. Eine Sackgasse.

 

Der Dokumentarfilm kommt ohne Dialoge aus, Untertitel übersetzen die Off-Stimme, großartige Bilder suggerieren mehr als nur eine Geschichte: Eine zutiefst berührende Reise auf die andere Seite des Polarkreises. Jedes Element einer Szene spielt seine eigene Rolle, und jedes dieser Objekte spricht leise zum Zuschauer. Wiederkehrende „Stilleben“ verweisen auf die Vergänglichkeit der materiellen Dinge. Dabei spricht die Stimme der Frau aus dem Off, jeder Satz ein Schlag im Boxring. Ein ums andere Mal schmettert die Stimme einen gegen Boden, schleudert einen in die Luft oder schüttelt einen durch. Voller Mehrdeutigkeiten spricht sie über den Alltag im Dorf und lässt einen das Leben dort immer wieder neu wahrnehmen.

 

Eine Nahaufnahme. Streichhölzer. Ein verkohltes Streichholz in einer Untertasse auf dem Tisch, gegen Ende des Films werden es unzählige sein, die verkohlt in der Untertasse liegen. Die Streichhölzer sind wie die Asche, welche die Bewohner von Schoina seit ihrer Geburt begleitet. Der Sand ist der Hauptdarsteller. Der Sand bedeckt die Häuser und zeigt die unüberwindliche Kraft der Natur. Obwohl ihn die Menschen ohne Unterlass wegputzen, deckt er sie immer wieder zu. Überhaupt werden nur wenige Menschen gezeigt, ihre Gesichter ruhig, fast unbeteiligt. Sie stehen neben einem Flugzeug, in einem Laden, in der Kantine, in der Schule, im Gemeindehaus, und fast ist es so, als wären sie nur hier, um eine vollständige Sicht auf das Sittenbild zu geben. Sie wecken unser Mitleid, aber es geht auch eine stille Faszination von ihnen aus. Ein Esstisch ist gedeckt. Bonbons und Würste. Ein Fest. Der Ofen wie eine wohlwollende Mutter, die alle gleichermaßen wärmt und liebt. Ohne ihn würden die Menschen hier alle verschwinden. Eine Petrollampe heißt Hoffnung. Ein Apfel bedeutet Rettung, ohne ihn könnten alte Menschen und Kinder nicht überleben.

 

Nach der Vorführung schwingt das eben Gesehene im Innern des Zuschauers weiter. All diese Eindrücke und Ideen machen trunken. Am liebsten möchte man davonfliegen wie ein Vogel an einem Tag, der gleichzeitig der dunkelste wie auch der schönste Tag seines Leben wäre. Schade, dass es nur so wenige qualitativ hochstehende Filme gibt. Viel zu selten wurde dieser Film bis anhin projiziert und viel zu wenige Zuschauer haben ihn gesehen. Das stimmt einen nachdenklich!

 

Weshalb leben die „Sandmenschen“ unter solchen Umständen und weshalb verlassen sie diesen Ort nicht? Weshalb würde ich selbst nie dort leben wollen? Genießen würde ich sicher diese Sonnenauf- und untergänge, wie man sie nur aus Zeitschriften kennt, zumindest für die kurze Dauer einer Reise... im Kopf diese Gedanken, die man nur ungern zugibt und einen mit ihrem durchdringenden Ton fast zerreißen.

 

Diese noch nie gesehenen Naturbilder, zusammen mit dem Seufzen des Windes, dem leisen Geräusch des Meeres und der Musik, dringen auf einem höheren Niveau in das und stellen die Frage: Weshalb geht es manchen so schlecht, während andere alles haben? Die eigene Sattheit lässt einen fast schuldig fühlen. Am liebsten möchte man die Scham hinter Gleichgültigkeit und Machtlosigkeit verstecken und schreien: „Ihr alle, schaut euch doch um!” Was haben wir mit all dem zu tun? Wer kann da antworten?

 

Die letzte Einstellung. In einem Raum sitzt eine Frau mit einem Akkordeon auf einem Stuhl, sie singt ein schrilles Lied. Dessen Verse mit den monotonen Endungen besingen das menschliche Leben, und der Hals schnürt sich einem zu.

 

Ihr Seufzen schlitzt einem die Seele auf und man möchte gleichzeitig weinen und etwas verändern, in sich selbst. Der Film begeistert in frommen Tönen, und ich hoffe, dass sein Erfolg darin besteht, zahlreiche Zuschauer dazu zu inspirieren, Gutes zu tun. Danke den Organisatoren dieser Premiere in Russland, danke dem Direktor des Buchmarktes, danke der Schweizer Regisseurin Dominique de Rivaz und dem weißrussischen Fotografen und Kameramann Dmitrij Leltschuk.

Lyubov Koryakovskaya,

Schriftsteller und Dramaturg. Dezember 2013

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Aus der Moskauer Buchmesse zurück wo DIE SANDMENSCHEN VON SCHOINA und ELEGIA vorgestellt wurden:

http://german.ruvr.ru/radio_broadcast/no_program/253907716/

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RADIO FREIBURG (SCHWEIZ)

http://www.radiofr.ch/fileadmin/templates/xcib_radiofr/popup_de.php?autoplay=1&file=fileadmin/podcasts/DE/infos/2013_12_12_1719_Schwarzwyss%20-%20Hooligan-Konkordat,%20Abtreibungsfinanzierung%20und%20Klagegedicht%20auf%20den%20Tod%20eines%20Leuchtturms.mp3

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Eine Reise der Trauer in den hohen Norden

 

Mit dem Dokumentarfilm «Elegie auf den Tod eines Leuchtturms» hat die Schweizer Regisseurin Dominique de Rivaz den Tod ihres Vaters verarbeitet. Morgen Donnerstag stellt sie den Film in Freiburg vor.

Für ihren Dokumen- tarfilm «Elegie auf den Tod eines Leuchtturms» hat die Schweizer Filmemacherin Dominique de Rivaz 2011 und 2012 mehrere Wochen allein in Schoina, im hohen Norden Russlands, verbracht. Ein «verrücktes Projekt» sei es gewesen, sagt sie, entstanden aus der Trauer über den Tod ihres Vaters. In einer Zeitschrift habe sie eine Reportage über den Ort Schoina gelesen, nördlich des Polarkreises am Weissen Meer gelegen. «Schoina war in den 1930er-Jahren eine Fischerkolchose. Das Meer wurde vollkommen überfischt, der Boden ausgekratzt. Es kam zur ökologischen Katastrophe, und jetzt versanden Dünen das Dorf zusehends.»

Schoina sei für sie sofort zu einem Symbol der Trauer und des Abschieds geworden, so de Rivaz weiter. «Ich wollte unbedingt da hin, weil ich spürte, dass das der Ort war, an dem ich meinen Vater loslassen musste.» Passend dazu ent- deckte sie vor Ort die Wracks von alten, hölzernen Fischerbooten. «Genau ein solches Wrack hatte mein Vater vor vielen Jahren, als ich ein kleines Mädchen war, in der Bretagne fotografiert», erzählt die Regisseurin. Ein anderes starkes Symbol ist der vor der Schliessung stehende Leuchtturm, dem der Film seinen Titel verdankt.

Dominique de Rivaz nimmt das Publikum in dem knapp einstündigen Film mit auf ihre Reise des Abschieds, die auch eine Reise der Melancholie, der Poesie und der Liebe ist. Ihre eigenen Film- und Foto- aufnahmen ergänzte sie mit Bildern des russischen Foto- grafen Dmitri Leltschuk. «Wir beide und eine Cutterin haben diesen Film nur zu dritt ge- macht», sagt sie. Aus den Foto- grafien ist parallel zum Film der Bildband «Die Sandmen- schen von Schoina» entstan- den. Am Donnerstag stellt de Rivaz Film und Buch in Freiburg vor, wo sie einst studiert und für das Internationale Filmfestival gearbeitet hat. cs

Freiburger Nachrichten (Schweiz)

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Fotobuch: Die Sandmenschen von Schoina


Die ersten Pressestimmen zum Fotobuch "Die Sandmenschen von Schoina" folgen hier in Kürze!

 


Endlosschleife/Der Berliner Mauerweg

Endlosschleife und Narben (www.berlin-magazin) von Frank Tetzel (September 2009)


Es erscheint dieser Tage viel Literatur über die Berliner Mauer. Das haben Gedenktage und somit die Verlagsprogramme so an sich. Dabei fällt es hin und wieder schwer den Überblick zu behalten und durch den Wust an Büchern hindurchzukommen. Dennoch ist mir eines der Bücher, das jüngst erschienen ist, durchaus positiv aufgefallen. Weil es aus der üblichen Gedenkliteratur herausfällt. Es nennt sich "Endlosschleife" und ist ein Fotoband über den Berliner Mauerweg.

In den Wintermonaten 2006 und 2007 folgte die in Berlin lebende Schweizer Filmemacherin Dominique de Rivaz dem ehemaligen Ring der Berliner Mauer und fotografierte Orte seines ursprünglichen Verlaufs, sowohl in der Stadt als auch im benachbarten Brandenburg. Was beim Betrachten des Buches auffällt: Während die Narben des einstmaligen Mauerverlaufes in der Mitte der Stadt fast verheilt zu sein scheinen und mehr oder weniger nur noch zu erahnen sind, sieht das in den äußeren Bezirken anders auch.

Ich weiß nicht, ob ich die Fotografien der Schweizerin poetisch nennen soll. Sie sind es allemal, wenn es um die kühlen Winterlandschaften der Außenbezirke geht. Sacrow beispielsweise oder wenn die Fotografin an anderen Stellen mit dem Licht und Schatten der späten Wintersonne spielt. Andererseits sind die Aufnahmen schonunglos. Rivaz fängt mit der Linse auch die Narben eint, die die Mauer in der Landschaft - und bekanntermaßen auch - nach wie vor auch in den Köpfen der Menschen hinterlassen hat.

Mit « Endlosschleife » ist ein Buch gelungen, das man nicht nur einmal in die Hand nimmt, sondern mehrfach. Poetisch, schonungslos, offen. Und damit bezieht Rivaz Position. Sie zeigt Fragmente, die zu einem großen Ganzen werden.

« Die Endlosschleife » ist ein in Bildern festgehaltener Fussmarsch entlang des 155 Kilometer langen, ehemaligen Mauerrings - eine Einladung sich sehenden Auges auf Spurensuche zu begeben und sich von der besonderen Atmosphäre dieser Orte anregen zu lassen.

Sehenswert +++

 


Mein Name ist Bach


Katja Nikodemus, Die Zeit

Mit Mein Name ist Bach hat Dominique de Rivaz den Kostümfilm vom Plusquamperfekt in die Möglichkeitsform überführt. Bach und Friedrich bleiben Kunstfiguren, die jede Sekunde um die eigene Wahrhaftigkeit ringen. Fast wortlos gehen sie auseinander und lassen hinter sich wieder jene Leerstelle der Geschichte, die zu füllen der Film angetreten ist. Man hat nicht die geringste Lust, daran zu zweifeln, dass ihre Begegnung genau so und kein Quäntchen anders stattgefunden hat. Eine kleine cineastische Revolution.


Der Spiegel

Mein Name ist Bach variiert kontrapunktisch und mit feiner Ironie ein historisches Thema: die Begegnung zwei deutscher Giganten Anno 1747 zu Potsdam, wo der 62-jährige, langsam erblindende Thomaskantor Johann Sebastian Bach (Vadim Glowna) und ein 33-jähriger widersprüchlicher Friedrich der Grosse (Jürgen Vogel) einander eine Woche lang kräftig in die baroken Haare gerieten, bevor sie sich schätzen lernten.


Sonntagszeitung

Ein musikalischer Krimi.


Neue Zürcher Zeitung

Ein schöner, sehr berührender, ausgezeichnet recherchierter Film.


St. Galler Tagblatt

Ein anregendes kulturgeschichtliches Filmvergnügen.


Der Blick

Diesen virtuosen Kampf zweier Primadonnen hat die Schweizer Regisseurin Dominique de Rivaz in ihrem Erstlingsfilm markant und stilsicher aufgearbeitet. Der Schweizer Filmpreis 2004 ist für die technisch brillante Arbeit durchaus verdient.


Zürichsee-Zeitung

Mein Name ist Bach ist ganz großes Kino. Zu recht ist der erste Langspielfilm (!) der Kosmopolitin Dominique de Rivaz mit dem Schweizer Filmpreis ausgezeichnet worden : Ihr Werk besteht vor höchsten Maßstäben.


St. Galler Tagblatt

De Rivaz’ preisgekrönter Film fasziniert schon bei oberflächlicher Betrachtung, verdient aber ein mehrfaches Hinsehen : ein anregendes kulturgeschichtliches Filmvergnügen.


Der Bund

…Ganz abgesehen davon, dass die Bezeichnung « Kostümfilm » für Mein Name ist Bach kaum zutrifft. Hier wird gespielt, mit Klängen und Instrumenten, mit Worten und Noten, mit Macht und Genialität und schließlich auch mit Barokkostümen – und dies ist wohl das Reizvollste und auch Riskanteste – mit Verbürgtem und Erdachtem, Gefundenem und Erfundenem.


Fred Zaugg

Dieser Film wendet sich nicht an Wissenschaftler, sondern an alle, die sich einem Erzählen, ja manchmal einem Fabulieren öffnen, das hinter die Masken führt.


Berner Zeitung

Ein modernes Drama. Ein Kammerspiel. Ein Musikfilm. Eine Vater-Sohn-Beziehung. Mit Vadim Glowna und Jürgen Vogel hat Dominique de Rivaz zwei der besten Vertreter ihrer Generationen deutscher Schauspieler gefunden, was den Film sehr prägt.

 


Luftbusiness

Schweizer Filmpreis Quartz 2009 - Bester Darsteller
Dominique Jann in Luftbusiness von Dominique de Rivaz


Jean-Louis Kuffer, 24 Heures

Luftbusiness, von Dominique de Rivaz, ist eine wundersame zeitgenössische Parabel, die vom Überleben dreier Randfiguren handelt, die im Internet ihr Blut, ihren Samen und schliesslich ihr eigenes Ich verkaufen.


Basler Zeitung

Luftbusiness handelt vom Konflikt zwischen Ökonomie und Ethik.


WOZ

Luftbusiness ist ein Kinomärchen, gepaart mit einer gehörigen Portion Kritik an einem gnadenlos entfesselten Kapitalismus.


Markus Mathis

Es geht um die Bedeutung der Seele, den Wert des Menschlichen und um die totale Ökonomisierung des Lebens. De Rivaz Luftbusiness, ein liebevoller und bestimmt einer der originellsten Schweizer Filme der letzten Jahre.


Jean-Pierre Thilges, REVUE (Luxemburg)

Die Weltwirtschaftskrise war im Kino angekommen noch bevor die Öffentlichkeit Wind davon bekam. Wir sahen den eindrucksvollen Film Luftbusiness in Locarno, wo er vom Publikum mit viel Applausbedacht wurde. Damals, im August, war die Wirtschaftskrise noch nicht zum Tagesgespräch geworden. Mittlerweile, sechs Monate später, steht die Welt am Abgrund und schon der Titel des Films Luftbusiness erhält dadurch eine quasi universelle Bedeutung. Und demnach dürfte der Film von Dominique de Rivaz der allererste Film über die aktuelle Wirtschaftskrise geworden sein.


Michael Sennhauser, Radio DRS

Manchmal tauchen an Festivals die Überraschungen dort auf, wo man sie am wenigsten vermutet. Versteckt in « Ici et Ailleurs » wurde hier der neue Film Luftbusiness von Dominique de Rivaz gezeigt. Dabei hätte der sowohl im Wettbewerb eine gute Figur gemacht. Luftbusiness ist ein liebevoll und sorgfältig gemachter Film, ein ganz leicht und luftig inszenierter Film zu einem sehr schweren Thema. Er ist voller Musik und Songs (The Tiger Lillies) und randvoll mit einfallsreichen, schönen, transparenten Einstellungen durch Glasscheiben, getragen von tollen Schauspielern (Tòmas Lemarquis, Dominique Jann, Joel Basman).


Rolf Breiner

Aufs falsche Pferd hat die Auswahlkommission des internationalen Wettbewerbs am Filmfestival in Locarno gesetzt: der beste Schweizer Spielfilm seit Jahren, Luftbusiness von Dominique de Rivaz, wurde nicht berücksichtigt. Leichtfertig und fahrlässig wurde hier eine Chance vertan, sich mit einem herrvorragenden Filmwerk international in Szene zu setzen.


Surprise

Die Welt der Obdachlosen und Verlierer, in der sich die Geschichte abspielt, wird nicht beschönigt, und doch ist klar, dass das wirkliche Elend erst dann einsetzt, wenn die Menschen ihr Innerstes hergeben. Man fragt sich, wo zwischen Pharmaversuchen und Spermaverkauf das Geschäft aufhört und der Selbstverrat anfängt. Luftbusiness gibt darauf keine klare Antwort, ist aber ein eindeutiges Plädoyer für die Menschlichkeit.


Freiburger Nachrichten

Der Film ist aktueller denn je: In Zeiten von Facebook und Second Life verwischen immer mehr Internetnutzer die Grenzen zwischen echtem Leben und virtueller Realität. Dominique de Rivaz hat einen poetischen, nachdenklichen und doch fröhlichen Spielfilm geschaffen.